Brunnenbau - Wasser für den Süden Kameruns

Wasser ist Leben

Die Dorfgemeinschaft wählt ein Brunnen-komitee, das langfristig Verantwortung übernimmt und sich um den Brunnen kümmert.

Wasser für den Süden Kameruns

Die Region Obala liegt 50 km entfernt von Yaoundé, der Hauptstadt Kameruns. Obwohl dies nahe klingt, sind die Menschen dort auf eine eigene Versorgung angewiesen. In der Region leben überwiegend Bauern, die ihre Familien von der eigenen Landwirtschaft ernähren. Sauberes Wasser fehlt. Schon immer holen die Menschen dort ihr Wasser aus alten Schöpfstellen. Traditionell ist dies die Aufgabe der Frauen und Kinder. Der Weg ist mehrere Kilometer lang und auf dieser Strecke sind sie täglich mehrfach unterwegs. Am Ende eines langen Weges warten alte Tümpel auf die Menschen, die kein sauberes Trinkwasser spenden. Typhus, Cholera, Bilharziose und andere Krankheiten können sich dadurch rasant ausbreiten und das Leben der Menschen bedrohen. Nur etwa 40 % der Menschen in Kamerun haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Lebenserwartung in Kamerun liegt bei etwa 55 Jahren. 148 von 1.000 Kindern sterben vor dem fünften Lebensjahr.

Für richtige Brunnen fehlt den Menschen vor Ort das Geld. Auch für andere soziale Einrichtungen und für eine funktionierende Infrastruktur gibt es in den Dörfern keine Mittel. So fehlen zum Beispiel auch eine Krankenstation, eine Schule und ein Raum für das Gemeindeleben.

Sechs Brunnen sind gebaut

Gemeinsam mit den Dorfbewohnern haben wir uns die Situation vor Ort angesehen und festgelegt, welche Wasserstellen am dringendsten ersetzt werden müssen. Ein neuer Brunnen versorgt etwa 200 Personen. Je nach Möglichkeit beteiligen sich diese Menschen entweder finanziell am Bau und stellen ihre Arbeitskraft zur Verfügung.

Brunnenbau

Brunnenbau   Arbeiter an der Winde

Brunnenbau

Brunnenbau   Setzen des Deckels 

Brunnenbau

Lage der Brunnen   zur Karte

Die Dorfgemeinschaft wählt ein Brunnenkomitee, das langfristig Verantwortung übernimmt und sich um den Brunnen kümmert. Auch sammelt das Komitee von den Dorfbewohnern jährlich eine geringe Nutzungsgebühr ein, um Wartungsarbeiten am Brunnen zu finanzieren.

Um unsere Projekte zu verwirklichen, kooperieren wir mit einem kamerunischen Brunnenbauer.

So sind in den letzten Jahren sieben neue Brunnen in der Region gebaut worden – finanziert durch den Verein “Miteinander – für Menschen in Afrika e. V.“ oder - vor der Gründung des Vereins - durch dessen spätere Mitglieder.

Damit die Brunnen dauerhaft funktionieren, werden unsere Brunnen regelmäßig kontrolliert. Joseph, Mitglied unseres Partnervereins in Kamerun (Association ensemble pour le Cameroun), besichtigt die Brunnen regelmäßig und hält Kontakt zu den Brunnenkommitees und den Dorfbewohnern. Sollten Wartungsarbeiten am Brunnen notwendig sein, beauftragt er den Brunnenbauer. Die Menschen sind über die Brunnen sehr glücklich und bei jeder Einweihungsfeier können wir erleben, wie in afrikanischer Tradition Dankbarkeit und Freude ausgedrückt werden.

Brunnenbau

Brunnenbau: Montage des Schwengels

Brunnenbau

Inbetriebnahme: Brunnen in Zoatoupsi

Brunnenbau

Feier zur Einweihung des Brunnens

Weitere Schritte sind notwendig

Die Brunnen leisten zwar einen wichtigen Beitrag, die Region ist aber keineswegs ausreichend mit sauberem Wasser versorgt. So braucht es weitere Standorte, da die Siedlungen weit auseinander liegen und die Wege entsprechend weit sind. Kürzere Wege sparen Zeit und ermöglichen den Kindern einen kontinuierlicheren Schulbesuch. Für die Frauen bedeutet dies, mehr Zeit für die Versorgung der Familie zu haben. So lässt sich die Einkommenssituation verbessern.

Hilf mit! Mach mit!

Wir haben uns vorgenommen, in den nächsten Jahren fünf weitere Brunnen in Süd-Kamerun bauen zu lassen. Umgerechnet kostet ein Brunnen etwa 10.000 Euro. Zur Verwirklichung dieses Projektes benötigen wir Euch. Eure Ideen, Kontakte, praktische Hilfe, vor allem aber kleine und große Spenden sind herzlich willkommen. Übrigens: Alle Reisekosten werden von uns privat bezahlt. Jeder gespendete Euro kommt zu 100% direkt da an, wo er gebraucht wird.

Zum Nachdenken

Wirtschaftswoche, 24. September 2014, “Sind Wasserbrunnen in Afrika verschwendetes Geld?“